Archiv der Kategorie: Gesellschaft

Schreibimpulse für die Adventszeit 2017

Dienstag/Mittwoch, 19./20. Dezember

Lieben

Und wie mag die Liebe zu dir kommen sein?
Kam sie wie ein Sonnen, ein Blütenschnein,
kam sie wie ein Beten? – Erzähle!

Ein Glück löste leuchtend aus Himmeln sich los
und hing mit gefalteten Schwingen groß
an meiner blühenden Seele…

Rainer Maria Rilke

Schreibe mehrere Dreizeiler (zusammenhängend oder verschiedenen Impulsen folgend!) zu der Frage von Rainer Maria Rilke… Schreibe persönlich, schreibe von dir, schreibe dich zu dir hin, erinnere dich, lass Bilder blühen…

Lieben
Und wie mag die Liebe zu dir kommen sein?

Kam sie wie ein Sonnen, ein Blütenschnein,
kam sie wie ein Beten? – Erzähle!

Und jetzt du…

Montag, 18. Dezember

Schreibe einen Schneeball, einen auf- und absteigenden Schneeball!
Er besteht aus 14 Zeilen! Von Zeile 1-7 aufsteigend von einem bis zu sieben Worten pro Zeile, von Zeile 7-14 absteigend von (nochmal!) sieben bis zu einem Wort.

Zwei Wörter sind vorgegeben! Das eine Wort in der ersten Zeile lautet: Ich
Das eine Wort in der letzten Zeile lautet: Lebensweg

Sonntag, 17. Dezember

Mein neuer Schreibplatz an der Balkontür zum Park hin beschert mir gerade einen wundervollen Anblick! Auf einer Weinkiste steht ein buntes Holzhäuschen von Tannen und Moos umrandet und gefüllt mit Sonnenblumenkernen, Erdnüssen und Körnern. Ich sitze gerade mal zwei Meter entfernt davon. Und da finden sich jetzt Kleiber und Blaumeisen ein, stibitzen sich ein Futterteilchen, fliegen auf den nächsten Baum, vertilgen ihr Häppchen und kommen zurück zur Futterhütte geflattert…Das ist zauberhaft, die kleinen Vögelchen so aus unmittelbarer Nähe zu beobachten in ihrem jeweils vogelarttypischen Gebaren, die zierlichen Beinchen zu sehen, das Gefieder, Schnabel, Augen…Der Name Kleiber kommt übrigens von „kleben“ – der Vogel mörtelt nämlich den Eingang der Bruthöhle oder des Nistkastens bis auf ein kleines Schlupfloch zu…Und eben, als ich die Lahnbrücke Richtung Wald überquert habe, da hab ich ihre Rückkehr bemerkt: Die Lachmöwen sind über die Winterwochen in Bad Ems angekommen! Larus ridibundus hat weniger was mit „lachen“ zu tun, sondern bezieht sich auf kleine Flachgewässer, die sogenannten Lachen, an denen die Lachmöwen leben. Im Winter haben sie einen weißen Kopf mit dunklem Ohrfleck. Sie rufen ständig „kwerr“. Ihre Beine und der Schnabel sind knallorange. Sie stehen auf ihren tapsigen Schwimmflossen in Reih und Glied auf dem Brückengeländer und stürzen sich ab und an in die Wasserfluten der Dezemberlahn…Ich finde es so faszinierend, dass die Lachmöwen gleichermaßen leichtfertig schwimmen und fliegen können. Sie wirken gelassen, würdevoll, präsent und sehr interessiert am Stadtgeschehen. Ich freue mich jedes Jahr, wenn sie uns im Winter besuchen kommen. Sie geben dem Brückenbild eine besondere Note, ich mag den Anblick.  Chris Blomen-Pfaff  

Schreibe einen freien Text über eine persönliche Winterimpression
Schreibe, was du empfindest, beschreibe, was du siehst, hörst, riechst… Schreibe ca. 30 Minuten…

 Freitag, 15. Dezember und Samstag, 16. Dezember

Ein erfülltes arbeits- und genussreiches Wochenende, in dem ich gerade unterwegs bin! Mein Schreibimpuls-Adventskalender hat zwei Tage Schlafpause verpasst bekommen. Das ist kreative Schaffensfreiheit! Regeln sind gut! Regeln brechen aber eben manchmal auch…Ich hatte gute Gründe! Natürlich werden die Impulse nachgeliefert…bei diesem Adventskalender gibt es also bis zum 26. Dezember ein Schreibimpuls-Geschenk…ist doch auch schön…

Donnerstag, 14. Dezember

Wortliebhaber

Das Lächeln vereint
den Wortliebhaber mit den
Worten. Sie lächeln
sich zu. So finden sie sich.
Freiheit ist ihr Versprechen.

 Chris Blomen-Pfaff

 Schreibe einen Tanka (5 Zeilen à 5 / 7 / 5 / 7 / 7 Silben) zu der Überschrift: LiebhaberWorte

Mittwoch, 13. Dezember

Sieben Uhr morgens.
Ein Mittwoch.
Bewegung in den Baumkronen.
Leichte Winde hat die Nacht gelassen.
Ruhig ist die Stunde.
Angekommen im Juni.
Frisch ist es.
So ein Sommermorgen
wo man den Herbst schon ahnt.
Flipflops und Wolljacke.
Schulkinder und Hundeausführer.
Minimale Blautupfer
gibt der Himmel frei.
Ein neuer Tag
im Meer der Geschichte.
Poesie im Bett.
Die erste Tasse Kaffee.
Schnittlauch an Hortensie über Lavendel
und Kresse vorm Balkon.
Soweit das Auge reicht grün.
Wenn ich sie schließe
rückt das Meer in die Nähe.
Die Geschichte verliert sich.
Alles verschwimmt.

Chris Blomen-Pfaff

Schreibe ein Zeilenbruch-Gedicht mit der Überschrift: Dezembermorgen
Begebe dich an einen guten Schreibort und schreibe. Schreibe, was ist. Schreibe von dir. Schreibe, was du siehst, fühlst, hörst, erinnerst. Schreibe aus dir heraus, schreibe dich zu dir hin…

Dienstag, 12. Dezember

Schreibe einen 2-Minuten-Text zu der Überschrift: Das unbeschriebene Blatt
Einzige Regel: Der Stift schreibt konstant zwei Minuten ohne Pause! Stoppe die Zeit mit Küchenuhr oder Handy, jedenfalls mit einem akustischen Signal, damit du beim Schreiben frei bist…

Montag, 11. Dezember

Mache ein persönliches Cluster mit dem Kernbegriff: Meine Initiativen für 2018
Erstelle dein Cluster in 4-5 Minuten! Kreise den Kernbegriff ein! Dann notiere (assoziiere) ALLES, was dir spontan und intuitiv in den Sinn kommt zu diesem Kernbegriff! Kreise jeden Assoziationsbegriff ebenfalls ein und ziehe eine Linie vom Kernbegriff zum Assoziationsbegriff mit Pfeil in dessen Richtung!
(Initiative: erste tätige Anregung zu einer Handlung; Entschlusskraft, Unternehmungsgeist)

Sonntag, 10. Dezember

Schreibe einen auf- und absteigenden Schneeball zu der Überschrift: Damals im Schnee… (Bei diesem auf- und absteigenden Schneeball steigert sich die Wortzahl pro Zeile von Zeile 1 bis Zeile 6 um jeweils ein weiteres Wort, ab Zeile 7 nimmt die Wortzahl pro Zeile jeweils um ein Wort wieder ab, so dass der Schneeball aus 11 Zeilen besteht.)

1 – 1 Wort
2 – 2 Wörter
3 – 3 Wörter
4 – 4 Wörter
5 – 5 Wörter
6 – 6 Wörter
7 – 5 Wörter
8 – 4 Wörter
9 – 3 Wörter
10 – 2 Wörter
11 – 1 Wort  

Samstag, 09. Dezember

Schreibe eine „Ode an die Dezembernacht“…

Freitag, 08. Dezember

Schreibe zu der Überschrift: BESINNUNG
ein kleines lyrisches Textchen… (Dreizeiler, Haiku, Tanka, Elfchen, Vierzeiler…)

Donnerstag, 07. Dezember

Schreibe einen seriellen Text mit den beiden sich wiederholenden Zeilenanfängen:
Ich wünschte,…/Dankbar bin ich…
Schreibe von bzw. mit jedem Zeilenanfang acht Zeilen, also insgesamt 16 Zeilen. Schreibe den jeweiligen Zeilenanfang immer wieder neu aus, und direkt im Anschluss daran die Zeile (für dich persönlich, also nah dran an dir!) zu Ende…

1 – Ich wünschte,…
2 – Dankbar bin ich…
3 – Ich wünschte,…
4 – Dankbar bin ich…
5 – Ich wünschte,…
usw.

Mittwoch, 06. Dezember

Cut-Ups: Schneide Wörter aller Art aus Zeitschriften, Zeitungen, Broschüren, Prospekten etc. aus und breite sie am besten auf einem Tisch sichtbar aus. Nimm nun farbigen Karton, Blanko-Karten aus Fotokarton oder einfach Papier (weiß oder farbig, DIN A6-DINA3) und lass die Worte ihren Platz finden! Folge deiner Intuition! Spiele mit den Worten…

Dienstag, 05. Dezember

Schreibe einen Tanka (Tanka: fünf Zeilen, 5/7/5/7/7 Silben) zu der Überschrift:
VERSINKENKÖNNEN

1 – fünf Silben
2 – sieben Silben
3 – fünf Silben
4 – sieben Silben
5 – sieben Silben

Montag, 04. Dezember

Schreibe zwei Dreizeiler (Drei Zeilen, Wortzahl pro Zeile nach eigenem Ermessen: Weniger ist mehr!) Die erste Zeile des ersten Dreizeilers und die letzte Zeile des zweiten Dreizeilers lauten gleich: Am Rande des Jahres

1 – Am Rande des Jahres
2 –
3 –

1 –
2 –
3 – Am Rande des Jahres

Sonntag, 03. Dezember

Schreibe einen Haiku an die Welt (Haiku: Drei Zeilen, 5/7/5 Silben)

1 – fünf Silben
2 – sieben Silben
3 – fünf Silben

Samstag, 02. Dezember

Schreibe eine viertel Stunde einen SoP (Schreiben ohne Pause! Erster Gedanke, bester Gedanke!) mit der Überschrift: Jetzt leben!

Freitag, 01. Dezember

Schreibe ein Akrostichon (ein bis drei Worte pro Zeile, das erste Wort jeder Zeile beginnt mit dem Anfangsbuchstaben der jeweiligen Zeile) zu: LEBEN FESTHALTEN

L
E
B
E
N
F
E
S
T
H
A
L
T
E
N

Buchvorstellung bei Lyrik in der Salonstube

Lyrik in der Salonstube – Montag, 13. November 2017, 20 Uhr

M o h n b l ü t e n b l a u

Die Autorin Gisela Ott-Bodinet stellt ihren 2017 erschienenen Lyrik-Band „Mohnblütenblau“ an diesem Abend vor. Er enthält eine Auswahl von Gedichten, die in den Jahren 2012 bis 2016 entstanden sind. Aus dem Vorwort der Autorin: „Ich schreibe, um mich an Glücksmomente zu erinnern, um zu sortieren, um Klarheit zu gewinnen, um Schmerz zu heilen und – aus reinem innigem Vergnügen an dem kreativen Spiel mit Worten.“

Start neuer Schreibgruppen Ende 2017

Natürliches Schreiben & Heilende Poesie

erinnern, erfinden, erkennen, erneuern, erfüllen, erlösen: Beim Natürlichen Schreiben steht das Spiel mit Worten plus die Freude und das Staunen am Umgang mit dem geschriebenen Wort im Mittelpunkt des Erlebens.

frei schreiben, assoziieren, imaginieren, phantasieren, ver-dichten: Dem verborgenen Selbst Impulse entlocken, Verschüttetes achtsam erwecken, Licht in die verborgenen Kammern bringen, im bewertungsfreien Raum das Reich der inneren Bilder erkunden, Vergangenheit gestaltend integrieren, dem lyrischen Ich im eigenen biografischen Fundus lauschen, Lebensmomente bildhaft mit Worten aufs Papier bringen, dem erwachten Selbst Ausdruck gestatten.

Wortrausch Kulturpuls: Natürliches Schreiben & Heilende Poesie /// Autobiografisches Schreiben /// Logotherapeutisches Schreiben /// Kreatives Schreiben /// Lyrisches Schreiben & Schnipsel-Poesie /// Spielendes Schreiben /// Biodanza & Schreiben…

Kurse, Workshops, Seminare, Schreib- & Genussreisen:

Einstieg in die Mittwochvormittaggruppe (Schreibzeit) jederzeit möglich: 10-12 Uhr… Schreiben am Vormittag

Anmeldung unter: Kontakt

Lyrik in der Salonstube – Termine 2018

„Lyrik in der Salonstube“ ein Mal im Monat montags bei Wortrausch Kulturpuls:

Bei Lyrik in der Salonstube geht es gehaltvoll und gediegen zu!
Lyrik in der Salonstube ist eine Oase! Eine Insel der Stille im Lärm der Zeit! Ein Ruheraum im Alles-Über-Fluss! Ein Montagabend der vitalisierenden Entspannung! Eine Genussstunde zum Feierabend einer taufrischen Woche! Ein Ohrenschmaus mit Schnabulierfreude!
Lyrik in der Salonstube ist ein Fest für die Sinne!
Lyrik (= saftige Zeilenfrüchte) plus hausgemachte Suppe, Brot und Getränke…
Das Ganze auf Basis freier Spenden…

Willkommen auf der Beletage! Wir bitten um Anmeldung!

Wortrausch Kulturpuls
Chris Blomen-Pfaff & Andreas Seger, Römerstraße 42, 1. Etage, Bad Ems,
0 26 03 / 50 89 866 oder 01 71 / 11 57 945 oder info@kulturpuls.de

2018: Termine montags (s.u.) jeweils um 20 Uhr – Jeder Abend hat ein eigenes Thema:

08. Januar 2018
05. Februar 2018
12. März 2018
16. April 2018
14. Mai 2018
04. Juni 2018
13. August 2018
17. September 2018
15. Oktober 2018
12. November 2018
10. Dezember 2018

Aeham Ahmad und Bergo Ibrahim bauen unzerstörbare Brücken aus Musik und Menschlichkeit

Ein besonderer Konzertabend war dies in jeder Hinsicht, ein zutiefst menschliches Happening über alle Grenzen hinweg in ganz Besonderem!

Aeham Ahmad hat mit seinem leidenschaftlichen Gesang dicht in die Herzen der Zuhörer getroffen! Der aus Syrien stammende palästinensische Flüchtling hat ohne Anklage die dramatische Situation in den zahlreichen von Terror und Gewalt erschütterten Regionen im Osten der Welt sprechend und singend beschrieben, sanft, behutsam, fragend, traurig, fassungslos und doch stark, überzeugt, verankert in den menschlichen Werten von Demokratie, Würde, Freiheit und Liebe. Mitten in den zerbombten Straße Syriens spielte er Klavier, um den noch lebenden Menschen Hoffnung und Freude zu schenken und um sie zu ermutigen, weiter zu machen, dran zu bleiben, an ihr Leben zu glauben. Weiterlesen