Sensationelle Schreibzeit an der Malberg-Talstation

Schreiben & Genießen im Café Eckstein mit Live-Musik von Yasmin und Eileen

DSC_0196Am dritten Tag des Sommerworkshops „Tag für Tag den Stift in der Hand“ erlebten wir ein echtes Highlight an der ehemaligen Talstation der Malbergbahn! Der Tag begann mit Songs und Gitarrenklängen der beiden jungen Emser Musikerinnen Eileen und Yasmin. DSC_0207

Ein paar Stunden zuvor hatten wir sie im Kurpark kennengelernt. Genauer gesagt, wurden wir von ihren schönen Stimmen nächtens angelockt. Wir folgten unserem Gehör und trafen die beiden an einem lauschigen Plätzchen am Ufer der Lahn.

„Nein! Wir kommen nicht vom Ordnungsamt! Wir wollen mehr hören!“

Was nach Mitternacht begann, ging am späten Vormittag weiter…

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Wann darf man so etwas schon mal erleben? DSC_0139Tanz und Bewegung zu einer derart spontanen Live-Session, das ist wirklich etwas Besonderes! DSC_0186Das Ambiente der alten Talstation tat sein Übriges dazu. Einfach großartig war das!

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Mike und Renate Hoffrichter, die Betreiber vom Café Eckstein (Förderverein Malberg und Malbergbahn e.V. Bad Ems)  ermöglichten es, dass wir uns im alten Malbergwaggon (mittlerweile wunderschön saniert!) poetisch und prosaisch austoben konnten.

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Themen waren an diesem Tag die allgemeine Weltlage und Krisen – persönliche wie globale – sowie schließlich Wege daraus. DSC_0316Zunächst ausgehend vom chinesischen Schriftzeichen „Krise“, das zusammengesetzt wird aus den Begriffen „Gefahr“ und „Chance“, erklang bald darauf Musik von einer der herausragendsten Liedermacherin der jüngeren Generation. DSC_0226Die 1987 geborene Cynthia Nickschas erfüllte den Waggon – allerdings von CD – mit ihrer ausdrucksstarken Stimme, die bestens dafür geeignet ist, die ganze Wut auf politische und soziale Missstände der heutigen Zeit in fulminanten Eigentexten auf den Punkt zu bringen. DSC_0242„Wir sind verdummt genug!“ – „Wenn wir uns umseh’n, haben wir alle viel zu viel zu tun, um uns nur eine Sekunde echt auszuruh’n“ oder: „Man bringt uns bei, dass Mord und Totschlag normal sind, und selbst die Kleinsten sind schon abgestumpft, sozialblind!“ Fazit: „Ich krieg die Krise, wenn ich unsere Realität seh‘, schlimmer als jedes Spiel der Welt…“ DSC_0249Trotz der aufrüttelnden Worte – oder gerade deswegen – ließen sich die Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer ihre Motivation beim Schreiben eines ausführlichen Essays zum Abschluss dieser Einheit mit der Überschrift „Wege aus der Krise“ nicht nehmen. DSC_0259Mit spielerischem Umgang und kreativer Freude an der Sache entstanden wieder sehr reflektierte und persönliche Texte, DSC_0250so individuell unterschiedlich wie die Lebenssituation der Wortschöpfer selbst. DSC_0253Die Leserunde hoch über Bad Ems auf der Taunusseite erwies sich dann auch als gut gewürzte und zugleich doch bittere Vorspeise zu einem Mittagessen, lächelnd und leichtfüßig serviert von Mike Hoffrichter, lecker und liebevoll gekocht von seiner Frau Renate.

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DSC_0204Leichtfüßig und eher locker ging es nach der Pause weiter in die zweite Runde. DSC_0326Auf der Terrasse wurden serielle Gedichte verfasst, mit den Zeilenanfängen „Bevor ich weiß, was ich will…“ und „Am Ende der Fahnenstange…“.
DSC_0311Dreizeiler, Schneebälle, Haiku, Tanka und Zweiminutentexte waren unsere heutigen Kleinformate. DSC_0279Lustig, scharfsinnig und skurril, naiv und auch makaber kamen die Zeilen daher. Entsprechend wurde gelacht, geschmunzelt und auch mal geschluckt.

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Mit Cello und Akkordeon, DSC_0271Russischem Apfelkuchen (selbst gebacken von Renate Hoffrichter), wunderbarer Aussicht und zum Schluss einem Schlückchen Sekt schlenderten wir genüsslich aus dem Nachmittag in die Abendstunden hinein. DSC_0264

Und wir können im Gruppenkollektiv einstimmig „malbergen“:
DSC_0245Das Café Eckstein, die sanierte Talstation, der Malbergwaggon – alles unter der liebevollen Betreuung der beiden Hoffrichters – werten Bad Ems enorm auf!

Hier wird sich noch einiges abspielen!

(Chris und Andreas sind dem Malbergverein übrigens mit der ersten Begegnung beigetreten. Ein solches Projekt muss gefördert werden, und zwar in jeder Hinsicht!)
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