Voll da im Abseits!

Von wegen „Abseits“ – der Theodor im Fußballtor, der hält, der hält, der hält!

Aus einem deutschsprachigen Nachkriegsschlager – kombiniert mit dem ausgestorbenen Wort „Schlachtenbummler“ – DSC_0095entstand ein witzig-kreativer Auftakt mit altmodischen Namen, die das Wortspiel in Fluss brachten – doch nicht auf dem Fußballfeld, sondern in der Beletage von Wortrausch Kulturpuls. „Der Isidor, der Isidor mag sein ein echter Narr, ein Tor, der dem Ball enthemmt sich entgegenstemmt – als Held, weil ihm ein Siegestor missfällt!“ Ganz anders widerfuhr es Stefanie:
„Die Stefanie, die Stefanie, die hat ein fettes Teil am Knie“, „Valerie hingegen zeigt ihr schönes Knie“ – spontaner Spaß und Spleeniges stand heute im Mittelpunkt der Schreibimpulse beim Sommerworkshop „Tag für Tag den Stift in der Hand“, bevor sich nach der Mittagspause die Schreibkulisse änderte und ein neues Spiel begann:
DSC_0099Ernster, tiefer, die Seele berührend – und doch im Bühnengeschehen des Lebens verankert.

„Mit der Haut hören, leise in der Stille sein, das Jetzt empfangen“.

Ganz zu Beginn um halb elf machten wir unsere Körper leicht, luftig und schwebend, bevor wir mit einem oralpoetischen Stand-up in archaische Urtiefen abtauchten, Kindheitserinnerungen und Ahnen aufleben ließen, Vergangenes würdigten und ins Jetzt-Bewusstsein holten.

DSC_0103Krach: „Hört sich nicht sehr friedlich an – aber auch nicht wirklich bedrohlich!“…

Mond: „Der Mond ist ein Stück Stein, der am Himmel hängt. So bin ich erzogen worden! Ich muss noch viel lernen über den Mond!“…

Brot: „In der Zeit des Hungers hoch geschätzt! Und oft zu wenig gehabt! So wertvoll und lebenserhaltend für uns!“…

DSC_0111„Meine kostbare Dachkammer“ und „Eingerostete Lebenszeit“ waren die Impulse für Zwei-Minuten-Texte nach der Mittaspause. Da kam und ging was, das kann man nicht anders sagen!

DSC_0110„Mit der Haut hören“ war für zwei Haiku einmal die erste, einmal die letzte Zeile. Ebenfalls eine Anregung für tiefgehendes Empfinden.

Aber dann ging es tatsächlich noch tiefer!

„Es liegt auf meinem Weg…. Es ist nichts falsch daran….“ Zwei Zeilenanfänge für einen  seriellen Wortrausch! Sehr persönlich, sehr intim. DSC_0106Nicht jeder wollte seinen Text lesend in die Runde geben. Aber das ist auch vollkommen in Ordnung! Es ist wie es ist! Absolute Devise bei Wortrausch Kulturpuls!!!

„Schreiben macht was mit den Schreibenden! Ich erlebe eine Befreiung! Obwohl ich dachte, da ist schon alles ganz offen – aber wohl doch nicht! Ich möchte MICH gerne im DIESSEITS
r e s t l o s kennenlernen! Das Wort ‚Selbstbefreiung‘ gefällt mir richtig gut!“

DSC_0114„Schreiben ist mir leicht gefallen! Vorlesen ist mir schwer gefallen! Das hat noch mal was mit mir gemacht!“

„Ich hab‘ Schmerzhaftes vermieden! Bin sehr berührt von dem, was ich gehört habe!“

Rupertusstraße Sommer 2009 (40)
Liebe Seminarteilnehmer, nehmt euch bitte an!
Mit allem, was euch ausmacht,
mit allem, was ihr seid!
Vergleicht euch nicht mit anderen!
Wenn überhaupt Vergleich, dann gilt nur:
Wer war ich gestern,
wer bin ich heute,
wer werde ich morgen sein!

Nutzt diese Woche, um eure Grenzen zu sprengen!
Denn: Wenn nicht JETZT, wann dann?